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Was ist Wahrheit?
Mit dieser Frage an Jesus von Nazareth überraschte einstmals
der römische Statthalter Pontius Pilatus die Welt. Und diese
Frage ist durch die Zeiten hinweg so aktuell geblieben wie sie
schon damals gewesen war. Bei Wahrheit ist immer davon
auszugehen, dass sie wirklichen und tatsächlichen Gegebenheiten
zu entsprechen hat. Dies betrifft zunächst die ganz
alltäglichen Vorgänge im menschlichen Zusammenleben, wie auch
im Geschäfts- und Rechtsverkehr, und die einzelne Person im
Verhältnis zu sich selbst. Aus Schwäche oder Dummheit sich
selbst zu täuschen, rächt sich unmittelbar in der
jeweils eigenen Lebensbewältigung. Und andere Menschen ohne Not
oder zum eigenen Vorteil zu täuschen, ist gesellschaftlich
unerwünscht und wird daher strafrechtlich verfolgt. Grundsätzlich
jedoch schlägt alles auf einen selbst wieder zurück, so dass stets
von Schädigungen anderer - ganz egal aus welchen Gründen - im Interesse
einer selbstbetreffend bestmöglichen Lebensbewältigung abzusehen ist.
Indem die
Wahrheit geleugnet und verbogen werden kann, gibt
es bei ihr auch eine Doppelmoral. So
kennt wohl ein jeder den Satz, dass die Wahrheit gilt, aber die Macht
zwingt. Gemeint ist damit, dass die Mächtigen stets für sich
bei anderen die Wahrheit beanspruchen, doch vielfach ihnen
gegenüber die Wahrheit missachtend ihre Macht an ihnen willkürlich ausüben. Vielleicht erklärt sich
ja von daher die
Frage des Pontius Pilatus nach der Wahrheit. Denn als römischer
Statthalter in Judäa war er zugleich auch oberster
Gerichtsherr, und bestimmte nach seinem Gutdünken über wahr
und unwahr, bzw. richtig und falsch! Also die Wahrheit als je
individuelle Ansichts- und Auslegungssache. Denn selbst ein
"objektiver
Tatbestand" kann dem subjektiven Erleben bzw. dem Eindruck nach ganz
unterschiedlich gesehen und ausgelegt werden.
Ganz anders
verhält es sich mit der Wahrheit in der vom konkreten
menschlichen Leben losgelösten Mathematik. Sie ist frei von
jeglicher wirklichkeitsverfremdender Subjektivität, indem dort strenge Denkregeln gelten. Wer hierbei falsch denkt, der bekommt
direkt ein falsches Ergebnis, das sich dann in der praktischen
Erprobung als ein solches erweisen wird. Nicht immer ist
sogleich offenbar, ob richtig oder falsch gerechnet und gedacht
wurde. Aus diesem Grund hatten in der Vergangenheit findige
Köpfe Prüfverfahren entwickelt, und sie in die Mathematik
eingeführt. Wir kennen sie als mathematische Beweismethoden, um
damit ein Rechenergebnis auf seine Richtigkeit hin überprüfen
zu können. Aufgrund dessen war es der Mathematik gelungen auch
im gesellschaftlichen Leben ein Gegengewicht zur individuellen Wahrheit
zu schaffen. Wahrheit musste sich zukünftig an aus der
Mathematik hergeleiteten Beweisregeln messen lassen. Wer also
die Wahrheit beanspruchte, der sollte sie auch beweisen können.
Im Rechtssystem hatte dieser Grundsatz seine Anwendung gefunden,
indem dort verschiedene Beweisarten zugelassen sind. Den
sicheren Beweis gibt es allgemein aber auch dort nicht, da
grundsätzlich alles gefälscht und manipuliert werden kann.
Doch zeigte sich das Verhältnis von Wahrheit und Beweis als
ausschlaggebend für die Ermittlung von Wahrheit. Es ist also
der Beweis, welcher im Rahmen von beschränkter Wahrheitsfindung
und -beurteilung zum Einsatz kommen muss.
Beim Beweis
wiederum schließt sich der Kreis der Wahrheit, so dass hier
eine Beweis-Definition erforderlich wird. Unter Beweis versteht man allgemein eine Unwiderlegbarkeit durch Tatsache oder Erklärung,
sowie natürlich auch die überführende Schlussfolgerung nach den Denkregeln bzw. der Logik, wie z.B. der mathematische Beweis.
Doch ist allgemein auch bekannt, dass nicht jede Wahrheit beweisbar oder der allgemeinen
Erfahrbarkeit zugänglich sein kann. Insbesondere alles was in den Bereich
der Spiritualität fällt, entzieht sich einer unmittelbaren
Überprüfbarkeit. So ist beispielsweise für all diejenigen
"Gott" eine unumstößliche Wahrheit, welche mit ihm
in direktem persönlichen Kontakt geraten waren. Leer gehen
dagegen diejenigen aus, welche zu einer solchen Wahrheit nicht
finden konnten. Da hat es den Anschein, als ob in Anlehnung an
die Heisenbergsche Unschärferelation prinzipiell alles vom Auge des
Betrachters abhinge.
Grundsätzlich kann daher total alles und
jedes ob seiner Wahrheit in Zweifel gezogen und verneint werden.
An der Unproduktivität eines solchen Vorgehens dürften jedoch
wiederum keine Zweifel bestehen. Um ergo überhaupt aus sich und
seinem Leben etwas machen zu können, müssen zwingend Dinge und
Gegebenheiten - zunächst als wahr unterstellt - geglaubt
werden. So bleibt es immer ein unausweichliches Risiko sich
damit Irrtümer eingehandelt oder sie unwissentlich mit in Kauf
genommen zu haben. Doch die Zeit und die je eigene
Lebenserfahrung wird schließlich erweisen, welche Wahrheit sich
durchsetzt und welche dagegen nicht. Letzten Endes wird sich aber
immer nur
die Wahrheit behaupten können, welche im Einklang mit den nicht
nur offen sichtbaren, sondern auch den unsichtbar verborgenen
universalen Wirklichkeiten steht, weil Welt und Dasein nur in
der Gesamtwirklichkeit funktioniert. An der Aufdeckung dieser
Gesamtwirklichkeit arbeitet die Menschheit seit ihrer Entstehung
über Felder der Religion, Philosophie und Naturwissenschaft.
Wer
verborgene Wirklichkeiten als Wahrheiten verkündet, der tut
dies - wie vorliegend der Autor - im Bewusstsein, dass es einem
jeden interessierten Leser aufgegeben ist, die Wahrheiten zu
hinterfragen, um sie für sich nutzbar und nachvollziehbar zu
machen. Denn daran führt kein Weg vorbei. Der Mensch ist
ja das, was er gemessen an seinen Fähigkeiten aus sich und
seinen Möglichkeiten macht. Im Nachfolgenden werden hier
deshalb Thesen der Wahrheit aufgeführt, welche der Autor und
Editor im Rahmen seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten für
sich nachvollzogen und nutzbar gemacht hat. Dabei handelt es
sich naturgemäß nur um eine kleine Auswahl des zur Verfügung
stehenden Vorrats. Es werden hier also nur die Wahrheiten in
Thesen gepackt angeführt, die für das Sein von fundamentaler Bedeutung zu
erachten sind.
Mit den
Wahrheitsthesen geht es dementsprechend um einen
Leitfaden für eine aus hiesiger Sicht verlässliche sowie daher
erfolgreiche Welt- und Daseinsorientierung. Dazu notwendig sind
als erster Teil zeitlose Grundwahrheiten, die einem einen
Einblick verschaffen, dass Welt und Dasein ein in sich
geschlossenes Universum sind, außer dem nichts anderes mehr
ist. Der zweite Teil kennzeichnet das System als ein von Gott
dem Herrn getragenes. Das All ist daher ein personal
verantwortetes. Mit dem dritten Teil wird abgehoben auf den
verborgenen metaphysischen
Hintergrund der Physik, als Eingebundenheit
aller Naturwissenschaft in die universale Wahrheit und
Wirklichkeit. Jede These
ist natürlich mit einem erklärenden Kurzkommentar versehen.
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