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 Von der Wahrheit und über die Wahrheit in Thesen der Wahrheit

von Agnus D.  /  anno domini  2007

 

 
 
 

 

 

 

 

TEIL  I.

 

 

 

 

 
 
 
 

 

 

 

01. Außer dem größtmöglichen Ganzen ist nichts

 

Das wusste schon Adam Riese, dass das größtmögliche Ganze immer nur eins ist. Wir kennen es als das All oder auch Universum. Ein Daneben oder Außerhalb dessen ist dabei schlichtweg nicht möglich. Was Adam Riese aber wohl nicht bedachte hatte war, dass es dann für dieses Ganze auch kein Gegenteil geben kann. Und dies hat nun eine dramatische Auswirkung auf unser System, indem an Gegenteilen die Gegenständlichkeit hängt, sowie an der Gegenständlichkeit die Wirklichkeit. Oder anders gesagt, wenn es generell keinen "Gegen-Stand" gibt, dann gibt es auch nicht die daraus folgende Gegenständlichkeit als Wirksamkeit ermöglichende Wirklichkeit. Ein System das ungegenständlich besteht, ist wie eine Information oder Idee, deren Wirklichkeit sich auf bloße Virtualität beschränkt. Alleinige Ungegenständlichkeit ergibt naturgemäß - etwa wie bei einer Software ohne Hardware - keine Wirkungsmöglichkeit als eine unvollständige Wirklichkeit.

Grundvoraussetzung jeder Dinglichkeit ist ergo ein "Ur-Gegen-Stand" zu Ur-Gegenteilen. Diese können sich beim größtmöglichen Ganzen immer nur durch einen Ur-Unterschied herstellenden Selbstabstand des Systems ergeben. Konkret hat das System als Subjekt sich selbst als Objekt abzustoßen, was die Zeit und den Raum hervorbringend die Gegenständlichkeit installiert. Wir kennen diesen Vorgang als Expansion des Universums, welche wir auf den Urknall zurückführen können. Von daher ist ganz klar, dass es sich beim Urknall um nichts anderes als die raumzeitgreifende Herstellung von Dinglichkeit handelt, mit der sich das System aus bloßer Potenzialität und Virtualität in die Realität katapultiert. Wäre nun das System nicht das größtmögliche Ganze und Einzige, so wäre anhand des - wie aufgezeigt - sich daraus ergebenden Wirklichkeitserfordernisses kein solches Urknall-Szenario erforderlich gewesen. Das Szenario beweist somit, dass unser System das größtmögliche Ganze ist, außer dem dann - sozusagen nach Adam Riese - nichts anderes mehr sein kann. 

Viele nebeneinander bestehende Universen - wie von Stephen Hawking als sogenanntes Multiversum angedacht - wären dabei nur im Rahmen einer subjektiven Weltreflexion möglich. Das heißt, das Universum ist und bleibt immer objektiv total und singulär und identisch, könnte aber im individuellen Existenzerleben eine subjektiv unterschiedliche Geschichte haben bzw. erhalten. Wenn es stimmt, dass alle Wirklichkeit vom  Auge eines Betrachters abhängt, dann kann sich die Wirklichkeit dem Auge des jeweiligen Betrachters anpassen. In dem Maße wie sich ein Betrachter in seinem Selbst- und Weltverständnis ändern würde, würde sich dann auch sein Schicksal dem anpassend ändern. Mit einer geänderten Lebensgeschichte wäre das hierbei mitgeänderte Universum nicht mehr das gleiche wie vorher. Ein neueres Modell des Universums hätte ein älteres ersetzt. Im Fazit wäre ergo das stets eine und einzige Universum der Anzahl seiner Beobachter entsprechend in sich selbst unbegrenzt multivers. Eine absolute Festschreibung des Alls auf eine für alle Seelen allgemeingültige Wirklichkeit erfolgte aber schließlich durch denjenigen, welcher sich als mit dem Universum deckungsgleich verwirklichen würde. Wir kennen ihn bereits aus Bibel und Offenbarung als den allmächtigen Herr und Gott. Indem er kraft seiner Allgewalt als Universum in Person unbegrenzt lebt, ist sein All mit dem Anfang und Ende in Ihm, unendlich. Dagegen sind alle subjektiven multiversen Wirklichkeiten mit dem Tod ihrer ohnmächtig sterblichen Betrachter endlichkeitsgemäß untergegangen.

 
 

 

 

02. Alles Dasein ist ein Kreislauf

 

In einem totalsingulären System (= seiende Absolutheit außer der nichts ist) beginnt die Bewegung innerhalb dessen und endet auch wieder innerhalb dessen an exakt der identischen Stelle. Anfang und Ende müssen sich deshalb in dieser universalen Absolutheit zum Naturgesetz schneiden. Denn diese vom Anfang ausgehende Bewegung wird ohne das System verlassen zu können unter Ausschöpfung aller Bewegungsrichtungen dann unausweichlich am Ende wieder ihren Ausgangspunkt erreichen müssen. Dabei hat die Bewegung zwar eine lineare Strecke vom Ausgangspunkt bis hin zum Endpunkt zurückgelegt. Jedoch dadurch, dass letztendlich End- und Anfangspunkt ineinsfallen müssen, ist die linear erfolgte Bewegung als Kreislauf  nullpunktuell. Denn eine Bewegung, die sich am Ende in ihrem Ausgangspunkt wieder einholt, erkennen wir als kreislaufend zirkulär.

Das Dasein ist in seiner Gesamtheit immer nur eines. So wie z.B. die Summe aller Teile immer nur das Ganze ergibt. Darum bildet das Eine und Ganze eine Totalsingularität, besser bekannt als All oder Universum. Mit dem berühmten Satz: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile", wird eine Zusammengefasstheit aller Teile in diesem Ganzen ausgesagt. Das wiederum bedeutet, dass von dem was das Ganze betrifft, auch alle seine Teile betroffen sind. Aus der Einheit allen Daseins folgt, dass es eine Dualität des Daseins nicht geben kann. Dementsprechend gibt es auch keine Dualität von Schöpfer und Schöpfung, sondern immer nur eine Identität von Schöpfer und Schöpfung. Und wenn Schöpfer und Schöpfung identisch sind, dann bedeutet das einen Bewegungskreislauf von Anfang bis Ende, in welchem sich der Schöpfer seine eigene Schöpfung sein muss. Das ist die apokalyptische Wahrheit, wie sie sich etwa in der Offenbarung des Johannes in Vers 22,13 findet. 

Sinngemäß heißt es auch in weiteren Versen: Ich bin das Universum in Person. In mir ist das Universum und um mich herum ist das Universum (Tho 032, 077). Ich bin in mir selbst und außerhalb von mir selbst. Ich bin alles und außer mir ist nichts (Tho 077). In und mit mir hat alles angefangen, und in und mit mir wird alles wieder enden (Offb 22,6). Ich bin der ewige Kreis des Daseins und der Allmächtige und der Lebendige (Offb 1,18). Ich bin der Herrscher, außer dem kein anderer Gott ist (Jes 45,21). Deshalb ist mein ewiglicher Name "Der Herr" (2 Mo 3,15). 

 
 

 

 

03. Das Sein gibt es nur zusammen mit dem Nichtsein in einer darum binären Einheit

 

Dass es das Sein immer nur zusammen mit dem Nichtsein geben kann, das wird uns sehr anschaulich am Beispiel der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) gezeigt. Wie inzwischen fast jeder weiß, bildet die Grundlage einer jeden Datei aus Bits und Bytes die Binarität bzw. polare Zweiheit. Sie ist ein Zahlensystem für die elektrischen Schaltkreise von Prozessoren, das mit 1 und 0 arbeitet, wobei 1 für "Strom an", und 0 für "Strom aus", stehen. 

Diese Binarität lässt sich vergleichsweise sehr gut auf die allgemeine Wirklichkeit übertragen. So weiß die heutige Physik, dass das All zum einen Teil aus Energie und Materie (E=mc²) sowie zum anderen Teil aus Leere (Vakuum) besteht. Wobei E=mc² für das Sein, und das Vakuum für das Nichtsein zu setzen sind. Auch kann man dabei sehr schön sehen, dass es für die Gegenständlichkeit von Sein eines Grundgegensatzes bedarf. Die Gegenständlichkeit im Sein beruht von daher auf dem "Gegen-Stand" von Energie und Materie als Sein und 1, sowie der Leere als Nichts und Nichtsein bzw. als 0. 

Grundsätzlich beginnt das All immer ohne diesen daseinkennzeichnenden Gegen-Stand, weil eben das Sein an sich, allumfassend ist, und für das Alles und Eine und Ganze sozusagen nach Adam Riese kein Gegenteil vorhanden sein kann. Das All ist aufgrund dessen in seinem Anfang noch ungegenständlich spirituell, und befindet sich damit in der Schwebe zwischen Sein und Nichtsein, und hat dabei mit einer Wahl eine Grundentscheidung für das eine oder das andere zu treffen. Zur Bewahrung seines Seins ist paradoxerweise von ihm durch Selbstabstoßung das gegenteilige Nichtsein zu errichten, mit dem es dann zusammen in solcher Binarität das universale gegenständliche All bildet.

 
 

 

 

04. Das All ist ein singuläres in sich abgeschlossenes System der Ausschließlichkeit

 

Der Begriff "Uni-Versum" übersetzt sich ins Deutsche als das Alles und Eine zum ganzheitlichen All, so dass außer diesem All nichts anderes mehr sein kann. Damit verbunden ist eine hermetische Abgeschlossenheit dieses absoluten totalsingularen Systems, in welches nichts hinein- und umgekehrt aus dem nichts herauskommen kann. Als Folge dieser Ausschließlichkeit hat das Universum seinen Urgrund in sich selbst. Das heißt, dass ein Anfang in ihm selbst stattfindet, und wieder umgekehrt ebenso ein Ende. Doch was soll ein Anfang und ein Ende in einem All, das infolge seiner Ausschließlichkeit über allem Anfang und Ende stehen muss? 

Verstehen kann man solche Widersprüchlichkeit nur, wenn man bedenkt, dass das All in seiner Allumfassung kein Gegenteil haben kann, so dass bei der sich daraus ergebenden Ungegenständlichkeit das Dasein für ein seingemäß gegenständliches Sein zu behaupten hat. Wir kennen diese Selbstbegründung als die biblische Weltgrundlegung, in welcher das Sein die dem All gemäße Herrschaft über sich selbst errichtet, womit ein Anfang und ein Ende solchen Schöpfungsaktes gegeben sind. In einem geschlossenen System wird auch stets da der Anfang sein, wo das Ende war, oder auch umgekehrt. Anfang und Ende des Selbstaktes des Universums fallen von daher in einer gemeinsamen Schnittstelle in eins. In einer gemeinsamen Schnittstelle Anfang und Ende des Alls?  Das hebt die Gegensätze auf, so dass in dieser universalen Schnittstelle zugleich auch die an Gegensätzen gekoppelte Gegenständlichkeit aufgehoben ist, was wiederum die urgründige Schwebe zwischen Sein und Nichtsein installiert. 

Damit wird für einen jeden erkennbar, dass die universale paradiesische Schnittstelle mit dem dort sich ereignenden Schöpfungsakt sich in alle Ewigkeit unendlich oft wiederholt, sowie dass es für diesen Über-Kreislauf keinen Anfang und kein Ende geben kann. Dass dies nun keine Spinnerei ist, sondern die unglaubliche Wirklichkeit sein muss, das können wir den biblischen Überlieferungen entnehmen. Insbesondere in der Johannesoffenbarung ist dies mit dem Lebendigen und Allmächtigen dargelegt, welcher da in direkter Analogie zu dieser Systemunendlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt und regiert.

 
 

 

 

05. Jede Dimension erweitert das System

 

Dimension übersetzt sich ins Deutsche als Ausmaß und Ausdehnung. Eine Dimension wird in der Geometrie durch eine gerade Linie bzw. eine Gerade dargestellt. Entsprechend Ausmaß und  Ausdehnung wird so das System durch jede hinzukommende Dimension um eben diese Dimension erweitert und vergrößert. Schnittstellen von Dimensionen sind punktuell und ergeben hier einen dimensionslosen Schnittpunkt. Wollte man den Punkt dimensional beschreiben, so wäre er unendlich klein. Der Raum oder das Universum wird durch vier Dimensionen gebildet. Das sind zunächst die Länge, die Breite, die Höhe und die Zeit. Wie uns der Urknall mit der Raumexpansion anschaulich zeigt, ist die Größe des Raumes an einen zeitlichen Ausdehnungsprozess gebunden. Ein Raum, welcher keine Größe besitzt, wäre trotz seiner drei Grundausdehnungen wie ein bloßer Punkt, und damit effektiv ohne irgend welche Dimensionen ein in sich selbst widersprüchliches Unding. Soll der Raum eine dimensionale Größe haben, so muss noch zu den drei räumlichen Grundausdehnungen die Zeit als vierte Dimension hinzukommen.

 
 

 

 

06. Mehr als vier Dimensionen gibt es nicht

 

Wenn man weiß, wie die Dimensionen eines Systems gebildet werden, dann lässt sich auch leicht ausrechnen, dass das Universum nicht mehr als die vier bekannten Dimensionen haben kann. Wie aber kann man denn wissen, wie die Dimensionen des Universums gebildet wurden? Nun, dazu müssen wir uns zunächst gedanklich in das Wesen dieses absoluten Systems begeben. Dabei ergibt sich:

Das Universum ist das größtmögliche Ganze, das in solcher Allumfassung kein Gegenteil haben kann. Dadurch ist es für sich selbst genommen als einzige Position ohne "Gegen-Stand", was verdeutlicht eben Ungegenständlichkeit ist. Sie wiederum bedeutet absolute Dimensionslosigkeit, weil mindestens zwei Positionen erforderlich sind, um mit dem dazwischenliegenden Abstand als "Gegen-Stand" eine erste gegenständlich bedingte Ausdehnung zu definieren. Wir könnten alsdann neugierig weiterfragen, was ein uranfänglich ungegenständliches Universum zu tun hätte, um sich zu einem gegenständlich dimensionalen All zu gestalten?

Nach kurzem Nachdenken hätten wir die Idee. Es müsste als erstes sich innerhalb von sich selbst in einen Abstand zu sich selbst begeben, wobei der Selbstabstand eine erste Dimension bilden würde. Als zweites müsste dann die eine Position die andere abstoßen, wodurch das Ganze abgestoßen wäre. Denn das All ist ja in seiner Allumfassung unteilbar. Jede Position des Alls innerhalb des Alls stünde deshalb für das All als Ganzes. Von daher würde mit der Abstoßung der einen Position durch die andere in jeder Position das komplette All abgestoßen sein, also das All mit seinen beiden Abstoßungspositionen! In der Summe dessen hätten sich so drei Abstände generiert, als eben unsere drei Raumdimensionen. Der diese drei Dimensionen generierende Abstoßungsakt würde zeitlich dauern, so dass mit dem noch hinzukommenden Faktor Zeit eine weitere Dimension generiert wäre.

Das zu seiner einen Seite grundsätzlich dimensionslos ungegenständliche Universum hätte sich mit solchem Selbstakt zu seiner anderen Seite in eine bzw. unsere gegenständlich vierdimensionale Welt umgekehrt. Aus dem Wechselspiel der beiden Kehrseiten bezöge das All in unendlichen Zyklen sein daher unendliches Sein.

 
 

 

 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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