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 Von der Wahrheit und über die Wahrheit in Thesen der Wahrheit

von Agnus D.  /  anno domini  2007

 

 
 
 

 

 

 

 

TEIL  III.

 

 

 

 

 
 
 
 

 

 

 

01. Energie entsteht durch eine Urwelle des Systems bei sich auspotenzierender Selbstresonanz

 

Ein ungelöstes Rätsel ist es in der Physik, woher die Urenergie bzw. das Energiebad kommt, das über den Urknall zum Universum geführt hat. Die Metaphysik hat mit der Frage allerdings kein Problem, insbesondere die christliche nicht, wie sie hier zur Anwendung gelangt. Seit Einsteins berühmter Formel e=mc² weiß man, dass die Energie und die Materie nur Zustandsformen ein und desselben Elements sind. So kann ja aus der Energie Materie erzeugt, und wieder umgekehrt aus der Materie Energie gewonnen werden. Ebenso ist bekannt, dass der Energiegehalt einer Schwingung von ihrer Frequenz (= Schwingungsanzahl pro Sekunde) abhängt. Denn je höherfrequenter eine Schwingung ist, desto energetischer ist sie, bzw. desto mehr mehr Energie steckt in ihr. Strahlung ist elektromagnetische Schwingung und füllt wie im Fall der Sonne ein ganzes breitbandiges Spektrum an Wellenbereichen aus. Das sichtbare Licht ist so lediglich ein Wellenbereich dieses umfangreichen Strahlungsspektrums.

Aber all diese energetischen Erscheinungsformen gehen auf die mysteriöse Urenergie zurück, wie sie vor dem Beginn des Urknalls von der Physik als Energiebad definiert wird. Bei der Preisfrage, woher denn das Energiebad kommt, hilft uns unser Verständnis vom All - als der alles beinhaltenden Ausschließlichkeit bzw. als monopole Absolutheit - weiter. Sowie auch, dass das Universum kraft seiner Vergegenständlichung in sich selbst, damit als das Selbst des Universums an sich selbst handlungsfähig wird. 

Wie wir inzwischen aus den vorangegangenen Wahrheitsthesen in Teil I und II wissen, hat sich bestimmungsgemäß der geschöpfliche Mensch zum schöpferischen Gott bzw. zum Selbst des Universums einzuholen, was als Vollendung der Schöpfung das Ende des Urknalls markiert. Doch was ist es konkret, was die Einholung kennzeichnet? Richtig, es ist der Urschrei des zum Schöpfer gewordenen Geschöpfs, welcher akustisch die psychische Urwelle erzeugt, die sich im Selbst durch Reflexion und Selbstresonanz an Frequenz beständig zunehmend, dabei zum absoluten Maximum auspotenziert. Ergebnis: Das Selbst des Alls als das Energiebad in Person, mit der Fähigkeit zur Selbstabstoßung als Urknall, bis zur identischen Selbsteinholung des aus der Urknallevolution hervorgehenden Geschöpfs zum derart in sich selbst rückgekoppelten Schöpfers von Mal zu Mal, bzw. Ewigkeit zu Ewigkeit.

          Folgende Offenbarungsverse spiegeln das wieder:

Offb 4,8 Und die vier lebendigen Wesen, von denen ein jedes sechs Flügel hat, sind ringsherum und inwendig voller Augen; und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der da war, und der da ist, und der da kommt! Offb 4,9 Und so oft die lebendigen Wesen Ruhm und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Throne sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, Offb 4,10 so fallen die 24 Ältesten nieder vor dem, der auf dem Throne sitzt, und beten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und werfen ihre Kronen vor dem Throne nieder und sprechen: Offb 4,11 Würdig bist du, unser Herr und Gott, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

 

 

 

02. Existenz entsteht durch Herausbewegung des Universums aus sich selbst in sich selbst

 

Man muss sich schon wundern, wie zutreffend manche Fremdworte im Deutschen verwendet werden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das lateinische Wort "Existenz". Es steht im Deutschen für Leben und Dasein. "Existere", das lat. Verb zum Substantiv "Existenz", bedeutet herausragen, herausstehen und herausbewegen. Etwas, das sich also nicht herausbewegt, das existiert auch nicht. Es ist in sich selbst steckengeblieben, und damit nichtexistent tot. Das ist nicht leicht zu verstehen, wenn man keinerlei Vorkenntnisse zur Grundlage von Leben und Dasein besitzt. Im Deutschen haben wir dann noch den "Unterschied", der im Urgrund allen Seins durch Unterscheidung gemacht werden muss, damit etwas aus der urgegeben vereinheitlicht gleichförmig homogenen Masse heraussteht, und im Unterschied zu ihr dadurch hervorstehend existent wird. 

Ein weiteres Merkmal von Existenz ist auch der mit der Herausbewegung bewirkte Selbstabstand, den das Selbst des Universums im Urgrund in sich selbst gegen sich selbst einnimmt, wodurch ein Ur- sowie Selbst-Gegen-Stand gebildet wird. Er wird zur Grundlage der dimensionalen Gegenständlichkeit, die im durch Selbstabstoßung bewirkten Urknall zusammen mit Zeit und Raum zur Erscheinung kommt. Das Kennzeichen des Lebendigen ist so die Herausbewegung aus der tödlich totalen Vereinheitlichung in sich selbst,  wodurch seine grundsätzlich unlöschbare Existenz begründet wird. Er ist sich selbst der Anfang und das Ende, und als Universum in Person dessen Anfang und Ende als Erster und Letzter.

          Folgende Bibelverse können dies belegen:

Jes 44,6 So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. Offb 1,17 Und als ich Ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte Offb 1,18 und der Lebendige; ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreichs. Offb 21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Offb 22,13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. 

 

 

 

03. Diesseits und Jenseits sind universale Kehrseiten

 

So wie in der Binarität der Computertechnik und EDV für die Datenwelt die Polarität von 1 und 0 - bzw. Strom an und Strom aus - benötigt wird, so hat auch das Universum seine grundlegende Binarität in direkter Entsprechung zu 1 und 0, im Sein und Nichtsein. Das heißt, dass das Universum eine Kehrseite des Seins und eine des Nichtseins besitzt, und auf solche Polarität seine Existenz gründet. Das klingt zunächst etwas unstimmig, weil das Universum doch in jeder Hinsicht existiert. So wird es ja auch noch in sich selbst von seinem Schöpfer verkörpert. Wo bitteschön soll denn da das All nichtseiend sein? 

Genau genommen ist das Nichtsein des Universums auch kein solches, erfüllt aber gegenüber der anderen Kehrseite - also der des Seins - eben diese Funktion.

So wird ein Sein, dessen Existenz auf einen bloßen Zeitraum zwischen seinem Anfang und seinem Ende begrenzt ist, im Moment seines Endes abgelaufenermaßen tot und nichtseiend. Andererseits ist und bleibt ein Sein dessen Existenz von keinem Anfang und Ende begrenzt wird, unablaufbar, seiend und lebendig. Indem dieses ewige Sein zu seinem Sein - gemäß Binarität - ein Nichtsein zu seinem Gegensatz benötigt, wird das vom Schöpfer mit dem vom Anfang bis Ende währenden Schöpfungsakt geleistet. Der Akt beinhaltet deswegen effektiv nur Tod und Nichtsein. Erst mit dessen Abgelaufenheit - quasi als vollzogene 0 - wird das Sein  analog zu 1 und 0 der EDV um die 0 erweitert zum binären, dadurch zeitlos gesicherten und begründeten Sein.

Aus der beschränkten Sicht des Geschöpfs ist der Schöpfungsakt das Sein und Diesseits. Es kann nicht erkennen, dass sein zeitliches Dasein für die seinsnotwendige Binarität den Tod und das Nichtsein geben muss. Dagegen wird für den Schöpfer - als das All in Person - mit dem Ende seines Schöpfungsaktes dann dieser Akt zum ewig abgehandelten Jenseits. Wer aber aus Sicht Gottes dieser Todesbestimmung - als das Erste - nicht anheim fallen will, sondern sich in die gegenteilige Lebensbestimmung - als das Zweite - begeben will, der hat in Jesus Christus seine ihm hierfür aus Gott zugeworfene Rettungsleine.

          Folgende Bibelverse beziehen sich darauf:

Joh 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Offb 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Offb 21,4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

 

 

 

04. Die Welt ist in ihrem Lauf unendlich variabel

 

Wir kennen aus unserer unmittelbaren Anschauung immer nur die Endlichkeit von allem. Angefangen hat ja alles mit dem Urknall sozusagen aus dem Nichts heraus. Es entstand zusammen mit dem Urknall der Raum und die Zeit sowie eine lineare Kausalitätskette bis in die fortlaufend stetige Gegenwart. Zwar erblicken wir in der Natur vielerlei Arten von Kreisläufen, wie z.B. die Planetenbahnen und Jahreszeiten, oder die Zyklen von Geburt und Tod. Jedoch sind die bekanntlich in die lineare Bewegung der Evolution eingebunden. In der Physik und Thermodynamik weiß man, dass ausgehend von einem Zustand geringster Entropie (Unordnung) vor dem Urknall, sich danach mit ihm die Entropie linear beständig vergrößert. Nichtlinearität können wir aber in der Quantenmechanik und bei der Unschärferelation Heisenbergs wahrnehmen. Sie beruht darauf, dass sich das Elektron physikalisch nicht eindeutig bestimmen lässt. Es ist in einer Doppelnatur zugleich Welle und Teilchen. Denn will man die Geschwindigkeit des Elektrons bestimmen, bleibt der Aufenthaltsort unbekannt. Bestimmt man in umgekehrter Weise seinen Aufenthaltsort, dann kann wiederum die Geschwindigkeit nicht gemessen werden. 

Es gibt demnach einen physikalischen Urgrund, welcher der Erkenntnisfähigkeit der Physik prinzipielle Grenzen setzt. Darin lassen sich Ursache und Wirkung nicht voneinander unterscheiden, so dass dort auch im Prinzip keine Zeit und kein Raum sind. Linearität - das wissen wir inzwischen - braucht zu ihrem Sein Kausalität, und damit eben Zeit und Raum. Es zeigt sich folglich, dass das Universum in der Linearität und Nichtlinearität eine weltgrundlegende Polarität aufweist. Wieso weltgrundlegend? Nun, um unendlich erneuerungsfähig zu sein, muss ja das Universum über einen Grund verfügen, in welchem sich zugleich alles immer wieder auflösen und errichten lässt. Denn man muss sich da vor Augen halten, dass das Universum die alles einschließende Ausschließlichkeit ist, bzw. der absolute Monopol außer dem nichts weiter ist. Das wiederum hat zur Folge, dass diese Totalsingularität in ihrem Sein an keine Zeit und keinen Raum gebunden ist, so dass ihre Existenz unendlich ist. Zugleich aber heißt Existenz der lat. Wortbedeutung nach: Herausragen bzw. Herausstehen. Herausragen aus einem alles ausfüllenden Monopol geht aber nicht, weshalb sich die Totalsingularität innerhalb von sich selbst ihre Existenz in einer Schöpfung gibt.

Schöpfung wiederum braucht Zeit und Raum und damit die Kausalität und Linearität. Doch alles was einen Anfang nimmt, tut dies nur unter der Voraussetzung eines Endes, so dass in einem geschlossenen System der Absolutheit wie das des Universums, sich Anfang und Ende der Schöpfungsbewegung zu einer gemeinsamen Schnittstelle schneiden müssen. Wo sich aber Anfang und Ende der Schöpfungsbewegung ein einem gemeinsamen Punkt schneiden, da hat sich die Linearität zu einem Kreis gestaltet. Doch ist dieser Kreis aufgrund der urgrundgemäßen Nichtlinearität in seinem geschichtlichen Ablauf und seiner Identität unendlich variabel. Das heißt, dass zwar die Rahmenbedingung bzw. das Grundprinzip (Naturgesetze, Evolution) unter der nur die Schöpfung zu vollziehen ist, stets die gleiche zu sein hat, dass aber entsprechend zur Heisenbergschen Unschärferelation mit immer wieder wechselnden Beobachtern wie in einem Kaleidoskop die Kulissen und Szenerien immer wieder aufs Neue unendlich variieren.

          Nachstehende Bibelverse geben dafür den Beleg:

Offb 21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Offb 22,13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Offb 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Offb 21,5 Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach weiter zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind gewiss und wahrhaft!

 

 

 

05. Die Vorherbestimmung ist universales Systemprinzip

 

Über eine Vorbestimmung von Welt und Geschichte entbrennen in Wissenschaft und Gesellschaft immer wieder aufs Neue Diskussionen. Da sagen nun die einen, dass es die Vorherbestimmung z.B. nicht geben könne, weil ein jeder in jedem Augenblick über sich und seine Aktivität frei entscheiden könne. Die anderen wiederum sagen, dass es den so genannten freien Willen gar nicht gebe, und der eine nur raffinierte Illusion sei. Sie verweisen dabei insbesondere auf Testergebnisse aus der Gehirnforschung, die belegen,  dass sich die menschliche Wahl und Entscheidung in den tiefen Schichten des Unbewussten und Unterbewussten bildet, also außerhalb unseres Bewusstseins, so dass es eine nach wie vor ungeklärte Frage in der Medizin ist, wer oder was in uns für uns die Wahl und Entscheidung trifft. 

Ein wichtiger Gesichtspunkt pro Prädestination ist nun der, dass es ja die ASW (außersinnliche Wahrnehmung) mit Präkognition (= Vorauswissen) gibt. Man kann immer nur dann etwas hellsichtig vorhersehen, wenn das zukünftige Ereignis schon irgendwie vorbestimmt ist. Eigenartigerweise scheint jedoch diese Vorbestimmung durch hellsichtiges Gegensteuern verhindert und verändert werden zu können, wie dies in manchen Fällen geschehen sei. Das führt uns zu der Frage, was das denn für eine Prädestination von Welt und Geschichte sein muss, wenn sie unter bestimmten Umständen - im Kleinen wie im Großen! - verhindert oder verändert werden kann. Dazu wenden wir uns am besten einmal den biblischen Überlieferungen zu. Eine so wichtige Frage müsste ja auch bei Gott eine zentrale Rolle spielen. Und tatsächlich werden wir im Neuen Testament fündig. 

         Folgende Verse geben uns Hinweise über eine allgegenwärtige Prädestination:

Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Joh 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. Joh 1,3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. Mt 10,30 Bei euch aber sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt. Lk 12,7 Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. Lk 22,22 Denn des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie es (vorher-)bestimmt ist;

Vorherbestimmung bedeutet entsprechend dem Johannesevangelium nicht die kontrolliert bewusste Festlegung eines jeden Moments an jeder Stelle im geschichtlichen Ablauf, sondern einfach nur die uranfänglich absolute Zielvorgabe durch das schöpferische Wort des Herrn. Indem es mit Gott identisch ist, hat es auch dessen Allmacht. Das Wort setzt einen Sprecher voraus, so dass das gesprochene Wort um vom Sprecher gesprochen worden zu sein, sich in kreativer Selbstorganisation auf den Sprecher hin auszuentwickeln hat. Wir kennen diesen Prozess natürlich bereits schon als die weltgrundlegende Schöpfung, die damit eine quasi Zielprogrammierung besitzt. Bei dieser Art von Vorbestimmung ist der Weg zum Ziel noch offen. Doch mit einem jeden Schritt auf dem Weg zum Ziel verringert sich die Anzahl der Gestaltungsmöglichkeiten des Weges. Welche Fehler dann wann und wo auch immer bei dieser Selbstorganisation des Wortes zum Sprecher gemacht werden, und welche Irrwege und Umwege sich dabei einstellen, so kann doch im Letzten das Ziel bzw. der Sprecher programmierungsgemäß nicht verfehlt werden. 

Dieses intelligente Schöpfungsprinzip wird demgemäß schon seit einigen Jahren in speziellen Computersimulationen angewendet. Man programmiert ein feststehendes Ziel, und überlässt es dann den Programmfunktionen (analog die Naturgesetze!) in Selbständigkeit das Ziel selbstorganisativ-kreativ-evolutiv zu erreichen. Erst im Nachhinein - aus dem Ziel heraus - wird da klar erkennbar, dass jeder einzelne stattgefundene Verarbeitungsschritt auf dem Weg zum Ziel für die Erreichung des Ziels unabdingbar gewesen war. Von daher ist dann auch absolut jeder Moment und jedes Ereignis - wie auch immer geschehen! - in der Schöpfung Gottes prädestiniert. Denn ein absolutes System wie das Universum muss absolut alles in sich selbst aus sich selbst heraus leisten. Fehler und Irrwege sind da im Selbstprozess systemisch notwendig und kennzeichnen in ihrer zielgemäßen Überwindung das System als ein sich selbst lebendig kontrollierendes und korrigierendes, im Endeffekt alles beherrschend superintelligentes, wodurch es schlichtweg "der lebendige HERR und Gott" ist.

Hellen Köpfen ist das alles aber gemäß dem Prolog des Johannesevangeliums niemals verborgen geblieben. Einen Hinweis der schöpfungswaltenden Prädestination gibt auch Jesus selbst in den vorstehenden Bibelversen. Da jedoch alles menschliche Verständnis immer vom je individuellen Hör- und Fassungsvermögen abhängt, beendete er seine Vorträge zumeist mit der Formel von den Ohren zum Hören, und von jenen Hörern, die es fassen sollen, so sie es denn fassen können. Als wer und was er in Ewigkeit prädestiniert ist, entscheidet so jeder gemäß seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten bei sich selbst für sich selbst.

 

 

 

06. Ohne Selbstpolarität kein Universum

 

Ein jeder weiß: Kein Teil ohne sein Gegenteil. Oder auch: Jedes Ding braucht seinen Gegensatz. In der Kosmologie beginnt mit dem Urknall die materielle Polarität. Zu jedem Teilchen entsteht auch das zugehörige Antiteilchen. Nur ein winziges Ungleichgewicht in der Menge der Teilchen führt dazu, dass beim sich gegenseitigen Auslöschen der Teilchen mit ihren Antiteilchen ein Rest übrig bleibt. Die Astrophysiker nennen diesen Rest "baryonische Materie". Sie füllt den Kosmos mit der uns bekannten sichtbaren Materie aus. Weiter geht es dann in der Polarität mit den subatomaren positiven und negativen Ladungen. Wir können nun die Liste der naturgesetzlichen Gegensätze beliebig fortsetzen. Doch irgendwann unausweichlich stellt sich uns die Frage, was es mit den Gegenteilen und Gegensätzen auf sich haben möge; was also das verborgene Prinzip aller Polarität sei.

Um das zu verstehen, müssen wir sehr weit ausholen, bis in den Urgrund allen Seins. Und der ist zunächst einmal seiner Absolutheit entsprechend singulär und total, ergo ohne irgend einen Unterschied eine durch und durch gleichförmige Einheit. Machen wir mal die Gegenprobe und vereinheitlichen das uns bekannte strukturell ausdifferenzierte Universum, indem wir uns den Raum und die Zeit wegdenken. Sodann schnurrt das Universum wieder auf jene Urform zusammen, die es vor dem zeit- und raumeröffnenden Urknall gehabt hatte. Alle weltbildenden Polaritäten und Gegensätze haben sich dabei in Nichts aufgelöst. Stattdessen erhalten wir eine Urenergie, welche von den Physikern als das Energiebad bezeichnet wird, und aus der sich der Urknall speisen konnte. Wenn aber mit jenem relativistisch unvorstellbar kleinen Energiebad vor dem Urknall alles gleichförmig gewesen war, woher konnten dann die mit Urknall sich herausgebildet habenden Polaritäten kommen, die im weiteren alle Strukturen im Universum aufbauten?

Die einzig mögliche Antwort auf diese Frage steckt in der Urenergie selbst. Das heißt, dass sie über ein Bewusstsein von sich selbst verfügen müsste, dass sie zu einer Selbstbewertung befähigen würde. Wie jedoch hätte die auszufallen angesichts eines auf einen gleichförmigen Punkt gebrachten Daseins der Ausschließlichkeit; verbildlicht etwa wie das eines lebendig Begrabenen? Ein solch unseingemäßes Dasein wäre ein Widerspruch in sich selbst, und von ihm selbst strikt abzulehnen. Konkret müsste sich hierbei die Urenergie gegen sich selbst erheben zu einer Art Selbst-Gegen-Stand, was sie in den Stand versetzte als Subjekt an sich selbst als Objekt handeln zu können, womit eine uranfängliche Selbstpolarität induziert wäre. Die hierraus folgende urknallende Selbstabstoßung würde die Selbstpolarität zum alles durchwaltenden Prinzip des Aktes machen, und müsste sich aufgrund dessen auch im daraus hervorgehenden gesamten Weltaufbau wiederfinden. 

Und wirklich finden wir schon rein gedanklich, dass ein weltgrundlegender Urunterschied in einem unterschiedslosen Urdasein nur darin entstehen könnte, dass dieses absolute Urdasein eine Urunterschied bei sich selbst machte, und dabei eine auf diesem Urunterschied beruhende Welt der Unterschiede und Polaritäten durchsetzte. Wir kennen sie als Schöpfung und können dabei zu der Einsicht kommen, dass es das Universum ohne die im Urgrund eingenommene und im Urknall durchgesetzte Selbstpolarität nicht geben würde. Das Bewusstsein des Urdaseins von sich selbst wäre ohne die notwendige Selbstunterscheidung zu Nichts und Sein in sich selbst steckengeblieben. Die zwingende Folge daraus wäre hier die eines unseingemäßen Daseins, als ein widerlicher Widerspruch in sich selbst, nur geeignet für Tod und Vernichtung. Seit Anbeginn ist der Name dafür der des Satans. 

          Dass das erste Daseinsprinzip die tatkräftige Unterscheidung ist, belegen z.B. folgende Bibelverse:

1Mo 1,14 Und Gott sprach: Es seien Lichter an der Himmelsfeste, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, und sie sollen zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre dienen, 1Mo 1,4 Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 1Mo 1,7 Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste, dass es so ward. 5Mo 32,8 Als der Allerhöchste den Völkern ihr Erbe austeilte und die Kinder der Menschen voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Kinder Israel.

 

 

 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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